Indikation zur PSMA-Therapie
Ob eine PSMA Therapie geeignet ist, hängt von mehreren medizinischen Voraussetzungen ab. Die Entscheidung erfolgt nicht automatisch, sondern auf Grundlage einer strukturierten Bewertung des Krankheitsverlaufs, der bisherigen Therapien und der aktuellen Befunde.
Grundsätzlich richtet sich die Indikation an Männer mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Prostatakrebs, bei denen etablierte Behandlungsformen nicht mehr ausreichend wirksam sind. Voraussetzung ist außerdem der Nachweis einer ausreichenden PSMA-Expression durch eine PSMA PET/CT.
Die Prüfung der Eignung orientiert sich an internationalen Leitlinien, insbesondere an den Empfehlungen der European Association of Urology (EAU), sowie an aktuellen wissenschaftlichen Daten. Dabei werden medizinische Kriterien systematisch geprüft, um realistisch einzuschätzen, ob die Therapie im individuellen Fall einen nachvollziehbaren Nutzen erwarten lässt.
Diese strukturierte Indikationsprüfung dient nicht nur der Auswahl geeigneter Patienten, sondern auch dem Schutz vor einer Behandlung, die keinen ausreichenden Nutzen verspricht. Unsere transparente Bewertung schafft Klarheit und hilft unseren Patienten, Therapieentscheidungen auf einer fundierten medizinischen Grundlage zu treffen.

Grundvoraussetzung: Fortgeschrittener oder metastasierter Prostatakrebs
Eine wesentliche Voraussetzung für die Indikation zur PSMA Therapie ist das Vorliegen eines fortgeschrittenen oder metastasierten Prostatakrebs.
In frühen Krankheitsstadien, in denen der Tumor auf die Prostata begrenzt ist, stehen in der Regel kurative Behandlungsformen wie Operation oder Strahlentherapie im Vordergrund. In dieser Situation ist die PSMA Therapie in der Regel derzeit wenig geeignet.
Die Eignung kommt typischerweise dann in Betracht, wenn:
- Metastasen vorliegen, etwa in Knochen oder Lymphknoten,
- sich die Erkrankung unter Hormontherapie weiterentwickelt,
- oder trotz weiterer systemischer Therapien ein Fortschreiten festgestellt wird,
- sowie auf Wunsch des Patienten.
In dieser Krankheitsphase steht die Kontrolle einer systemischen Erkrankung im Mittelpunkt. Die PSMA Therapie ist Teil einer strukturierten Therapiesequenz und wird nur dann eingesetzt, wenn andere etablierte Behandlungen nicht mehr ausreichend wirksam oder nicht erwünscht sind.
Die Beurteilung erfolgt stets individuell und berücksichtigt das gesamte Krankheitsbild. Ziel ist es, die Therapie nur dann einzusetzen, wenn ein realistischer medizinischer Nutzen zu erwarten ist. Das entscheiden wir gemeinsam mit Ihnen.

Nachweis der PSMA-Expression durch PSMA PET/CT
Eine zentrale Voraussetzung für die Eignung zur PSMA Therapie ist der Nachweis, dass die Tumorzellen ausreichend PSMA exprimieren. Ohne diese Zielstruktur ist die Behandlung nicht sinnvoll.
Der Nachweis erfolgt durch eine PSMA PET/CT . Diese spezielle nuklearmedizinische Untersuchung zeigt, ob und in welchem Ausmaß die Tumorherde PSMA aufnehmen. Gleichzeitig wird sichtbar, wo sich aktive Metastasen im Körper befinden.
Nur wenn die Bildgebung eine deutliche PSMA-Anreicherung in den Tumorherden zeigt, gilt die Therapie als biologisch geeignet. Fehlt diese Ausprägung oder ist sie nur sehr gering, ist die Wirksamkeit der Behandlung eingeschränkt oder nicht zu erwarten.
Die PSMA PET/CT ist daher kein ergänzender Baustein, sondern eine grundlegende Voraussetzung der Indikationsprüfung. Sie stellt sicher, dass die Therapie nur dann eingesetzt wird, wenn eine realistische Wirkung möglich ist.
Diese strukturierte Prüfung dient dazu, unnötige Belastungen zu vermeiden und eine Behandlung gezielt dort einzusetzen, wo sie medizinisch sinnvoll erscheint.
Vorbehandlungen und bisheriger Therapieverlauf
Die Eignung für eine PSMA Therapie wird immer im Zusammenhang mit dem bisherigen Therapieverlauf beurteilt. Sie ist in der Regel keine Erstlinientherapie, sondern kommt erst dann infrage, wenn etablierte Behandlungsformen nicht mehr ausreichend wirksam sind.
Typischerweise betrifft dies Patienten mit metastasiertem Prostatakrebs, bei denen:
- eine Hormontherapie ihre Wirksamkeit verloren hat,
- moderne antihormonelle Medikamente eingesetzt wurden,
- und häufig auch, wenn bereits eine Chemotherapie erfolgt ist.
In dieser Situation spricht man oft von einem kastrationsresistenten Krankheitsverlauf. Die PSMA Therapie ist hier nur dann geeignet, wenn trotz dieser Behandlungen ein Fortschreiten der Erkrankung vorliegt.
Für die Indikationsprüfung bedeutet das: Nicht einzelne Werte sind entscheidend, sondern die Gesamtsituation. PSA-Verlauf, aktuelle Bildgebung und klinischer Zustand werden gemeinsam bewertet.
Durch diese strukturierte Betrachtung stellen wir sicher, dass die Therapie nur dann empfohlen wird, wenn sie medizinisch sinnvoll in die bestehende Therapiesequenz eingebunden werden kann.
Allgemeiner Gesundheitszustand und Organfunktionen
Ob eine PSMA Therapie geeignet ist, hängt nicht nur vom Tumorstadium ab, sondern auch vom allgemeinen Gesundheitszustand.
Da es sich um eine systemische Behandlung handelt, müssen bestimmte körperliche Voraussetzungen erfüllt sein. Im Rahmen der Indikationsprüfung werden insbesondere berücksichtigt:
- die Funktion des Knochenmarks,
- die Nierenfunktion,
- der allgemeine Leistungszustand,
- relevante Begleiterkrankungen.
Das Knochenmark spielt eine wichtige Rolle, da die Therapie vorübergehend Einfluss auf die Blutbildung nehmen kann. Auch die Nierenfunktion wird geprüft, weil der Wirkstoff über die Nieren ausgeschieden wird.
Diese medizinischen Voraussetzungen dienen dazu, Patienten nicht vorschnell auszuschließen. Ziel ist vielmehr, die Therapie nur dann einzusetzen, wenn sie mit vertretbarem Risiko durchgeführt werden kann.
Die strukturierte Bewertung hilft dabei, Nutzen und mögliche Belastungen realistisch einzuschätzen und eine Behandlung verantwortungsvoll zu planen.
Eine ausführliche Darstellung möglicher therapiebedingter Auswirkungen finden Sie unter Nebenwirkungen der PSMA Therapie.
Leitlinien und wissenschaftliche Grundlage der Indikationsstellung
Die Entscheidung, ob eine PSMA Therapiegeeignet ist, orientiert sich im Theranosticum Wien an internationalen Leitlinien und aktuellen wissenschaftlichen Daten.
Insbesondere die Empfehlungen der European Association of Urology (EAU) berücksichtigen die Radioligandentherapie mit Lutetium-177 als Behandlungsoption im fortgeschrittenen, metastasierten Prostatakrebs. Grundlage hierfür sind große klinische Studien, die die Wirksamkeit der Therapie untersucht haben.
Für die Indikationsstellung bedeutet das:
- Die Erkrankung muss sich in einer fortgeschrittenen Phase befinden.
- Vorangegangene Therapien müssen berücksichtigt worden sein.
- Eine ausreichende PSMA-Expression muss nachgewiesen sein.
- Der allgemeine Gesundheitszustand muss die Behandlung zulassen.
Diese Voraussetzungen werden nicht isoliert geprüft, sondern im Gesamtzusammenhang bewertet.
Wann ist eine PSMA Therapie nicht geeignet?
Nicht jeder Patient mit fortgeschrittenem Prostatakrebs erfüllt die Voraussetzungen für eine PSMA Therapie. Eine sorgfältige Prüfung ist deshalb ein zentraler Bestandteil der Indikationsstellung.
Die Therapie ist in der Regel nicht geeignet, wenn:
- in der PSMA PET/CT keine ausreichende PSMA-Expression nachweisbar ist,
- die Tumorherde nur gering oder uneinheitlich PSMA aufnehmen,
- sich die Erkrankung noch in einem frühen, lokal begrenzten Stadium befindet,
- der allgemeine Gesundheitszustand eine systemische Therapie nicht zulässt.
- sowie bei fehlender Zustimmung des Patienten.
Auch bei stark eingeschränkter Nieren- oder Knochenmarkfunktion oder schweren Begleiterkrankungen kann eine Behandlung medizinisch nicht vertretbar sein.
Die Entscheidung gegen eine PSMA Therapie bedeutet jedoch nicht, dass keine Behandlung möglich ist. In manchen Situationen sind andere Therapieoptionen medizinisch sinnvoller oder besser verträglich.
Individuelle Prüfung im Theranosticum Wien
Die Indikation zur PSMA Therapiewird im Theranosticum Wien auf Grundlage einer strukturierten und nachvollziehbaren Befundbewertung gestellt. Unser Ziel ist es, realistisch einzuschätzen, ob die Therapie im individuellen Fall für Sie geeignet ist.
Dabei werden sämtliche relevanten Informationen im Zusammenhang betrachtet, unter anderem:
- aktuelle Bildgebung, insbesondere eine PSMA PET/CT,
- der bisherige Therapieverlauf,
- der PSA-Verlauf,
- der allgemeine Gesundheitszustand und bestehende Begleiterkrankungen.
Unsere Bewertung erfolgt leitlinienorientiert und unter Berücksichtigung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse.
Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, kann die Therapie geplant werden. Wenn die Kriterien nicht erfüllt sind, wird dies offen kommuniziert und gemeinsam eingeordnet. So können wir unrealistische Erwartungen vermeiden und fundierte Entscheidungen treffen.
Häufige Fragen zur Indikation der PSMA Therapie
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit eine PSMA Therapie geeignet ist?
Eine PSMA Therapie ist in der Regel geeignet, wenn ein fortgeschrittener oder metastasierter Prostatakrebs vorliegt, vorherige Therapien nicht mehr ausreichend wirksam sind und eine ausreichende PSMA-Expression in der PSMA PET/CT nachgewiesen wurde.
Ist eine PSMA PET/CT zwingende Voraussetzung für die Indikation?
Ja. Eine PSMA PET/CT ist grundlegende Voraussetzung. Nur wenn die Tumorzellen ausreichend PSMA exprimieren, kann die Therapie gezielt wirken. Ohne diesen Nachweis ist die Behandlung in der Regel nicht geeignet.
Reicht ein steigender PSA-Wert allein für die Indikation aus?
Nein. Ein PSA-Anstieg allein ist nicht ausreichend. Die Entscheidung basiert auf dem Gesamtbild aus Bildgebung, Therapieverlauf, klinischer Situation und allgemeinem Gesundheitszustand.
Muss vor einer PSMA Therapie eine Chemotherapie erfolgt sein?
In vielen Fällen wird die PSMA Therapie nach anderen systemischen Behandlungen eingesetzt. Ob eine vorherige Chemotherapie erforderlich ist, hängt vom individuellen Krankheitsverlauf und den aktuellen Leitlinien ab.
Wann ist eine PSMA Therapie nicht geeignet?
Die Therapie ist in der Regel nicht geeignet, wenn keine ausreichende PSMA-Expression vorliegt, die Erkrankung noch lokal begrenzt ist oder der allgemeine Gesundheitszustand eine systemische Behandlung nicht zulässt.
Wer stellt die Indikation zur PSMA Therapie?
Die Indikation wird von uns nach strukturierter medizinischer Prüfung gestellt. Dabei werden Leitlinien, aktuelle Befunde, der bisherige Therapieverlauf und der allgemeine Gesundheitszustand unserer Patienten berücksichtigt.
Wir nehmen uns Zeit für Sie
Wenn Sie Fragen haben oder einen Termin vereinbaren möchten, sind wir gerne für Sie da.
In einem persönlichen Gespräch klären wir Ihr Anliegen in Ruhe und besprechen gemeinsam die nächsten Schritte.
Unser Team meldet sich zeitnah bei Ihnen und begleitet Sie kompetent und zuverlässig – vom ersten Kontakt bis zu Ihrem Therapietermin.



