Ablauf der PSMA Therapie im Theranosticum Wien
Eine PSMA Therapie ist ein strukturiert geplanter Behandlungsprozess, der ambulant in unserem Zentrum durchgeführt wird. Viele Patienten möchten vor Beginn genau wissen, was sie erwartet – wie lange der Termin dauert, welche Schritte notwendig sind und was nach der Infusion zu beachten ist.
Die Therapie selbst ist technisch klar definiert und folgt standardisierten medizinischen Abläufen. Vor jeder Behandlung steht eine sorgfältige Prüfung der Indikation zur PSMA Therapie. Erst wenn die medizinischen Voraussetzungen erfüllt sind, wird die Behandlung geplant.
Ein einzelner Therapietermin dauert in der Regel 2 – 3 Stunden und umfasst ein ärztliches Aufklärungsgespräch, die Infusion des radioaktiv markierten Wirkstoffs sowie eine kurze Nachbeobachtung. Die Behandlung erfolgt ambulant – eine stationäre Aufnahme ist üblicherweise nicht erforderlich.
In diesem Artikel finden Sie eine transparente Übersicht über alle Schritte vor, während und nach der Therapie.

Vor der Therapie – Vorbereitung und ärztliches Gespräch
Vor dem ersten Zyklus der PSMA Therapie finden ausführliche ärztliche Gespräch statt. Diese dienen dazu, offene Fragen zu klären, den Ablauf verständlich zu erläutern und sicherzustellen, dass alle medizinischen Voraussetzungen erfüllt sind.
Im Rahmen dieses Termins besprechen wir mit Ihnen:
- der bisherige Krankheitsverlauf,
- aktuelle Befunde, insbesondere eine PSMA PET/CT,
- relevante Laborwerte,
- mögliche Begleiterkrankungen oder Besonderheiten.
Zudem erhalten Sie von uns wichtige Informationsunterlagen, darunter:
- eine Patienteninformation zur Therapie,
- eine Einwilligungserklärung,
- ein Merkblatt mit Hinweisen zum Strahlenschutz,
- sowie organisatorische Informationen zum Behandlungstag.
Unser Aufklärungsgespräch bietet Ihnen Raum für individuelle Fragen. Ziel ist es, dass Sie den Ablauf nachvollziehen können und gut vorbereitet in den Therapietag starten.
Erst wenn alle Voraussetzungen erfüllt und offene Punkte geklärt sind, wird der konkrete Therapietermin festgelegt.

Am Therapietag
Die PSMA Therapie wird ambulant im Thernaosticum Wien durchgeführt. Der gesamte Aufenthalt dauert in der Regel etwa zwei bis drei Stunden.
Anlage eines venösen Zugangs
Zu Beginn wird ein venöser Zugang (z. B. über eine Armvene) gelegt. Über diesen Zugang erfolgen sowohl vorbereitende Infusionen als auch die eigentliche Therapie.

Vorbereitende Infusionen
Vor der Gabe des radioaktiv markierten Wirkstoffs erhalten Sie vorsorglich:
- ein Medikament gegen Übelkeit (z. B. Ondansetron),
- sowie einen Magenschutz (z. B. Pantoprazol).
Diese Maßnahmen dienen dazu, die Verträglichkeit der Behandlung weiter zu verbessern.
Infusion von Lutetium-177-PSMA
Anschließend wird der therapeutische Wirkstoff – meist Lutetium-177-PSMA – über die Vene verabreicht. Die Infusion selbst dauert etwa 15 bis 20 Minuten.
Während der gesamten Zeit werden Sie medizinisch betreut. Die Behandlung erfolgt unter kontrollierten Bedingungen und nach standardisierten nuklearmedizinischen Protokollen.
Nach Abschluss der Infusion beginnt die Nachbeobachtungsphase.
Nach der Therapie – Überwachung und Entlassung
Nach Abschluss der Infusion verbleiben Sie noch für eine kurze Nachbeobachtung im Behandlungsbereich. In dieser Phase wird überprüft, ob Sie die Therapie gut vertragen haben und ob unmittelbare Beschwerden auftreten.
Anschließend erfolgt ein ärztliches Abschlussgespräch. Dabei werden die nächsten Schritte besprochen, insbesondere:
- empfohlene Verhaltensmaßnahmen,
- Kontrolluntersuchungen,
- der geplante Termin für den nächsten Therapiezyklus.
Vor der Entlassung wird eine sogenannte Freimessung durchgeführt. Dabei wird in einem definierten Abstand geprüft, welche Reststrahlung vom Körper ausgeht. Erst wenn die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte eingehalten sind, erfolgt die ambulante Entlassung.
Sie erhalten zudem:
- eine Hinweiskarte zum Mitführen im Alltag,
- einen Kurzarztbrief zur weiteren Betreuung,
- sowie organisatorische Informationen für die nächsten Tage.
Eine stationäre Aufnahme ist in der Regel nicht erforderlich. Nach Abschluss aller Kontrollen können Sie unser Zentrum wieder verlassen.

Strahlenschutz nach der PSMA Therapie – Was müssen Sie beachten?
Nach der PSMA Therapie verbleibt für eine begrenzte Zeit eine geringe Restaktivität des radioaktiven Lutetiums im Körper. Diese nimmt kontinuierlich ab und wird zusätzlich über den Urin ausgeschieden.
Um die Strahlenbelastung für andere Personen möglichst gering zu halten, sind in den ersten Tagen nach der Therapie bestimmte Verhaltensmaßnahmen einzuhalten. Diese werden Ihnen im Rahmen des Aufklärungsgesprächs ausführlich erläutert.
Wichtige Empfehlungen für die ersten etwa 10 Tage:
- Reduzieren Sie engen und längeren Körperkontakt, insbesondere zu Schwangeren und kleinen Kindern.
- Vermeiden Sie längere Aufenthalte in unmittelbarer Nähe anderer Personen (z. B. bei Veranstaltungen).
- Benutzen Sie die Toilette im Sitzen und achten Sie auf sorgfältiges Spülen.
- Waschen Sie sich nach dem Toilettengang gründlich die Hände.
- Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit (mindestens etwa 1,5 Liter täglich), um die Ausscheidung zu unterstützen.
Kurze Alltagskontakte sind in der Regel unproblematisch. Die Maßnahmen dienen vor allem der zusätzlichen Sicherheit und sind zeitlich begrenzt.
Zusätzlich erhalten Sie eine Hinweiskarte, die Sie für einen bestimmten Zeitraum mitführen sollten. Falls Sie in dieser Zeit ärztlich behandelt werden oder ein Krankenhaus aufsuchen, informieren Sie das medizinische Personal über die kürzlich durchgeführte Therapie.
Therapiezyklen – Wie oft wird die PSMA Therapie durchgeführt?
Die PSMA Therapie erfolgt in mehreren Behandlungszyklen. Ziel ist es, eine ausreichende therapeutische Wirkung zu erzielen und gleichzeitig die Verträglichkeit sorgfältig zu überwachen.
In der Regel werden zunächst drei Therapiezyklen geplant. Diese finden im Abstand von etwa vier bis sechs Wochen statt. Der zeitliche Abstand ermöglicht es dem Körper, sich zwischen den Behandlungen zu erholen, und gibt Gelegenheit, Laborwerte sowie den klinischen Verlauf zu kontrollieren.
Nach dem dritten Zyklus wird üblicherweise eine erneute PSMA PET/CT Untersuchung durchgeführt. Diese sogenannte Interim-Untersuchung dient dazu, das Ansprechen der Erkrankung objektiv zu beurteilen.
Je nach Befund, Verträglichkeit und Gesamtverlauf können weitere Therapiezyklen folgen. Häufig werden insgesamt bis zu sechs Zyklen durchgeführt. Die genaue Anzahl hängt jedoch von der individuellen Situation ab.
Eine feste maximale Gesamtdosis ist derzeit nicht allgemein definiert. Die Fortführung der Therapie erfolgt stets auf Grundlage einer strukturierten medizinischen Bewertung.
Kontrollen zwischen den Therapiezyklen
Zwischen den einzelnen Zyklen der PSMA Therapie erfolgen regelmäßige medizinische Kontrollen in unserem Institut. Diese dienen dazu, das Ansprechen der Erkrankung zu beurteilen und mögliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Typischerweise werden dabei folgende Parameter überprüft:
- der PSA-Wert als Tumormarker,
- das Blutbild (rote und weiße Blutkörperchen, Thrombozyten),
- Nierenfunktionswerte,
- gegebenenfalls weitere Laborparameter.

Diese Kontrollen können werden in enger Abstimmung mit dem betreuenden Urologen oder Onkologen erfolgen. In bestimmten Situationen kann zusätzlich eine bildgebende Kontrolle, etwa mittels PSMA PET/CT, notwendig sein.
Die regelmäßige Überwachung ermöglicht es, die Therapie verantwortungsvoll fortzuführen, anzupassen oder – falls erforderlich – zu beenden. Ziel ist es, den Nutzen und die Verträglichkeit kontinuierlich im Gleichgewicht zu halten.

Was sollte ich vor der PSMA Therapie beachten?
Vor Beginn einer PSMA Therapie werden einige medizinische und organisatorische Punkte geprüft. Ziel ist es, die Behandlung sicher durchzuführen und mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen.
Bitte informieren Sie unser behandelndes Team insbesondere, wenn:
- eine bekannte Nierenfunktionsstörung vorliegt,
- eine ausgeprägte Blutbildveränderung bekannt ist,
- kürzlich eine Chemotherapie oder Strahlentherapie durchgeführt wurde (innerhalb der letzten Wochen),
- eine Harninkontinenz, ein Katheter oder ein Stoma besteht,
- eine ausgeprägte Mundtrockenheit vorliegt,
- akute Infektionen oder schwerwiegende Begleiterkrankungen bestehen.
Einige dieser Faktoren können Einfluss auf die Planung oder Durchführung der Therapie haben. Sie bedeuten nicht automatisch, dass die Behandlung nicht möglich ist, müssen jedoch in die Entscheidung einbezogen werden.
Wichtig ist auch die Bereitschaft, die empfohlenen Strahlenschutzmaßnahmen nach der Therapie einzuhalten. Dazu gehört insbesondere das zeitlich begrenzte Reduzieren enger Kontakte sowie das Mitführen der Hinweiskarte nach Entlassung.
Häufige Fragen zum Ablauf der PSMA Therapie
Wird die PSMA Therapie stationär oder ambulant durchgeführt?
Die PSMA Therapie wird in der Regel ambulant durchgeführt. Eine stationäre Aufnahme ist meist nicht erforderlich individuell jedoch möglich. Nach Infusion und kurzer Nachbeobachtung können Patienten unsere Einrichtung wieder verlassen.
Wie lange dauert ein Termin zur PSMA Therapie?
Ein Termin dauert üblicherweise etwa zwei bis drei Stunden. Er umfasst das ärztliche Gespräch, vorbereitende Infusionen, die Gabe von Lutetium-177-PSMA sowie die Nachbeobachtung und Freimessung vor der Entlassung.
Tut die Infusion weh?
Die Therapie erfolgt über einen venösen Zugang in der Armvene. Die Infusion selbst ist in der Regel nicht schmerzhaft. Die meisten Patienten empfinden den Ablauf als gut verträglich.
Darf ich nach der Therapie Auto fahren?
In der Regel ist das Autofahren möglich, sofern Sie sich wohl fühlen und keine Beschwerden auftreten. Individuelle Empfehlungen erhalten Sie im ärztlichen Gespräch.
Muss ich mich nach der Therapie isolieren?
Eine vollständige Isolation ist nicht erforderlich. Für etwa zehn Tage sollten jedoch bestimmte Strahlenschutzmaßnahmen eingehalten werden, insbesondere gegenüber Schwangeren und kleinen Kindern.
Wann beginnt der nächste Therapiezyklus?
Der nächste Zyklus wird üblicherweise im Abstand von vier bis sechs Wochen geplant. Vorab erfolgen Laboruntersuchungen und gegebenenfalls eine bildgebende Kontrolle, etwa mittels PSMA PET/CT.
Wer führt die Kontrollen zwischen den Zyklen durch?
Die Kontrollen können in enger Abstimmung mit dem betreuenden Urologen oder Onkologen erfolgen. Überprüft werden unter anderem PSA-Wert, Blutbild und Nierenfunktion.
Wir nehmen uns Zeit für Sie
Wenn Sie Fragen haben oder einen Termin vereinbaren möchten, sind wir gerne für Sie da.
In einem persönlichen Gespräch klären wir Ihr Anliegen in Ruhe und besprechen gemeinsam die nächsten Schritte.
Unser Team meldet sich zeitnah bei Ihnen und begleitet Sie kompetent und zuverlässig – vom ersten Kontakt bis zu Ihrem Therapietermin.



