PSMA PET/CT – Präzise Diagnostik bei Prostatakrebs

Das Ärzteteam des Theranosticum in einem Konferenzraum, Dr. Marcus Hacker erklärt Prostata-Krebs-Bilder von 177Lu-PSMA-Radioligandentherapie auf einem Bildschirm.
Autoren
Dr. Markus Mitterhauser
Prof. Dr. Markus Mitterhauser
Apotheker und zertifizierter Radiopharmazeut
Dr. Marcus Hacker
Prof. Dr. Marcus Hacker
Facharzt für Nuklearmedizin und Innere Medizin
Dr. Werner Langsteger
Prof. Dr. Werner Langsteger
Facharzt für Nuklearmedizin und Innere Medizin
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Was ist eine PSMA PET/CT Diagnostik?

Die PSMA PET/CT Diagnostik ist ein spezialisiertes nuklearmedizinisches Verfahren, das Prostatakrebszellen gezielt sichtbar machen kann. Grundlage ist das sogenannte Prostata-spezifische Membranantigen (PSMA) – ein Eiweiß, das auf vielen Prostatakarzinomzellen in erhöhter Konzentration vorkommt.

Für die Untersuchung wird ein radioaktiv markierter PSMA-Ligand über eine Vene verabreicht. Diese Substanz bindet gezielt an Tumorzellen. Die PET-Technologie macht anschließend sichtbar, wo sich diese Zellen im Körper befinden. In Kombination mit einer CT entsteht ein präzises Ganzkörperbild, das sowohl die biologische Aktivität als auch die anatomische Lage darstellt.

Für Sie bedeutet das: Auch sehr kleine Lymphknoten- oder Knochenmetastasen können erkannt werden – selbst dann, wenn sie in herkömmlichen Untersuchungen noch nicht auffallen (z.B. Knochenmarks-Metastasen).

Die PSMA PET/CT wird zur genauen Stadienbestimmung und zur Abklärung eines erneuten PSA-Anstiegs eingesetzt. Sie liefert oft die entscheidenden Informationen für eine weitere Therapieplanung.

Wann ist eine PSMA PET/CT Diagnostik sinnvoll?

Bei Erstdiagnose mit erhöhtem Risiko

Wenn bei einer Erstdiagnose bestimmte Risikofaktoren vorliegen – etwa ein hoher PSA-Wert oder ein ungünstiger Gleason-/ISUP-Grad – kann die PSMA PET/CT helfen, das tatsächliche Ausmaß der Erkrankung genauer zu bestimmen.

Für Sie bedeutet das: Es kann frühzeitig erkannt werden, ob der Tumor auf die Prostata begrenzt ist oder ob bereits Lymphknoten oder Knochen betroffen sind. Diese Information beeinflusst maßgeblich die Wahl der weiteren Therapie.

Bei erneut steigendem PSA-Wert (biochemisches Rezidiv)

Ein erneuter PSA-Anstieg nach Operation oder Strahlentherapie sorgt verständlicherweise für Verunsicherung. Die PSMA PET/CT zeigt hier eine besonders hohe Sensitivität – selbst bei niedrigen PSA-Werten.

Die prospektive proPSMA-Studie (Hofman et al., The Lancet 2020) konnte zeigen, dass die PSMA PET/CT bei Hochrisiko-Patienten deutlich genauer ist als konventionelle Bildgebung (92 % vs. 65 % diagnostische Genauigkeit).

Für Sie bedeutet das: Ein möglicher Rückfall kann früher und präziser lokalisiert werden – was die Grundlage für eine gezielte Therapie schafft.

Vor geplanter PSMA Radioligandentherapie

Bevor eine PSMA Radioligandentherapie in Betracht gezogen wird, muss nachgewiesen werden, dass die Tumorzellen ausreichend PSMA exprimieren. Die PSMA PET/CT dient hier nicht nur der Diagnostik, sondern auch als Entscheidungshilfe für die Therapieplanung.

Ob eine PSMA PET/CT in Ihrer individuellen Situation sinnvoll ist, hängt vom PSA-Verlauf, Ihrer bisherigen Behandlung und der aktuellen Fragestellung ab. Eine strukturierte Bewertung Ihrer Befunde durch unser Expertenteam soll dabei helfen, den nächsten Schritt klar und nachvollziehbar gemeinsam mit Ihnen zu definieren.

Wie zuverlässig ist die PSMA PET/CT?

Die PSMA PET/CT ist eines der am besten untersuchten Verfahren in der modernen Diagnostik des Prostatakarzinoms. Ihre hohe diagnostische Genauigkeit ist durch viele prospektive Studien und Metaanalysen wissenschaftlich belegt.

Eine zentrale Untersuchung ist die randomisierte, multizentrische proPSMA-Studie (Hofman et al., The Lancet, 2020). In dieser Studie bei Hochrisiko-Prostatakrebs zeigte die PSMA PET/CT eine signifikant höhere Gesamtgenauigkeit als konventionelle Bildgebung (CT und Knochenszintigrafie). Die diagnostische Genauigkeit lag bei 92% gegenüber 65% bei herkömmlichen Verfahren. Zudem führte die PSMA PET/CT häufiger zu einer Änderung des geplanten Therapiekonzepts.

Auch bei einem biochemischen Rezidiv – also einem erneuten PSA-Anstieg nach Operation oder Strahlentherapie – zeigen systematische Übersichtsarbeiten hohe Detektionsraten. Eine Metaanalyse im European Urology beschreibt eine zunehmende Nachweisrate mit steigenden PSA-Werten, jedoch auch schon relevante Befunde bei niedrigen PSA-Konzentrationen.

Diese Daten erklären, warum die PSMA PET/CT in internationalen Leitlinien bei bestimmten Indikationen zunehmend empfohlen wird – insbesondere zur präzisen Stadienbestimmung und zur Abklärung eines Rezidivs.

Vorteile der PSMA PET/CT gegenüber CT, MRT und Knochenszintigrafie

Bei der Abklärung von Prostatakrebs kommen häufig Verfahren wie CT, MRT oder Knochenszintigrafie zum Einsatz. Diese Untersuchungen zeigen vor allem anatomische Veränderungen – also vergrößerte Lymphknoten oder sichtbare Knochenumbauten.

Die PSMA PET/CT geht einen Schritt weiter: Sie macht nicht nur Strukturen sichtbar, sondern erkennt aktive Tumorzellen auf molekularer Ebene. Tumorherde werden aufgrund ihrer PSMA-Expression dargestellt – unabhängig davon, ob sie bereits deutlich vergrößert sind.

Für Sie bedeutet das: Auch kleine Metastasen können erkannt werden, bevor sie in herkömmlichen Untersuchungen auffallen. Das kann entscheidend sein, wenn es darum geht, die richtige Therapie zum richtigen Zeitpunkt zu wählen.

Die wichtigsten Vorteile der PSMA PET/CT Untersuchung im Überblick:

  • Höhere diagnostische Genauigkeit im Vergleich zur konventionellen Bildgebung
  • Früher Nachweis von Lymphknoten- und Knochenmetastasen
  • Ganzkörperdarstellung in einer einzigen Untersuchung
  • Präzisere Grundlage für eine individuelle Therapieplanung

Bei einem steigenden PSA-Wert oder bei einer Hochrisiko-Erstdiagnose kann diese höhere Sensitivität helfen, Unsicherheiten zu reduzieren und Therapieentscheidungen gezielt zu treffen.

Wenn die PSMA PET/CT eine weiter fortgeschrittene Erkrankung zeigt, kann dies unmittelbare Auswirkungen auf die Therapieplanung haben – etwa im Hinblick auf eine systemische Behandlung oder eine mögliche PSMA Radioligandentherapie.

Ablauf einer PSMA PET/CT

Vorbereitung

In den meisten Fällen ist keine besondere Nüchternheit erforderlich. Sie dürfen normal essen und trinken, sofern keine individuellen Hinweise dagegensprechen. Ihre gewohnten Medikamente können in der Regel weiter eingenommen werden. Vor der Untersuchung erhalten Sie alle relevanten Informationen.

Injektion des PSMA-Tracers

Zu Beginn der Untersuchung wird ein radioaktiv markierter PSMA-Ligand (z. B. mit Gallium-68 oder Fluor-18) über eine Vene verabreicht. Diese Substanz verteilt sich im Körper und bindet gezielt an PSMA-exprimierende Tumorzellen.

Anschließend folgt eine Wartezeit von etwa 45 bis 60 Minuten, damit sich der Tracer optimal in Ihrem Körper verteilen und im Tumor anreichern kann.

Bildaufnahme

Die eigentliche PSMA PET/CT Aufnahme dauert in der Regel etwa 10 bis 20 Minuten. Währenddessen liegen Sie ruhig auf der Untersuchungsliege. Das Gerät erstellt eine Ganzkörperaufnahme, die sowohl die molekulare Aktivität als auch die anatomische Lage der Befunde darstellt.

Die Untersuchung selbst ist nicht schmerzhaft – abgesehen vom kurzen Einstich bei der Injektion.

Nach der Untersuchung

Nach Abschluss können Sie unser Institut in der Regel direkt wieder verlassen. Der Tracer zerfällt innerhalb weniger Stunden und wird überwiegend über die Nieren ausgeschieden. Eine relevante langfristige Radioaktivität verbleibt nicht im Körper.

Für die meisten Patienten ist die PSMA PET/CT weniger belastend, als sie im Vorfeld befürchten.

Strahlenbelastung und Sicherheit der PSMA PET/CT

Die Frage nach der Strahlenbelastung ist verständlich – besonders wenn bereits mehrere Untersuchungen erfolgt sind. Deshalb wird bei der PSMA PET/CT eine genau berechnete, medizinisch standardisierte Menge eines radioaktiv markierten Tracers verwendet.

Die Strahlenexposition liegt – abhängig vom verwendeten Tracer und vom CT-Protokoll – in einem Bereich, der mit anderen diagnostischen CT-Untersuchungen vergleichbar ist.

Entscheidend ist: Die Untersuchung wird nur dann empfohlen, wenn der medizinische Nutzen klar überwiegt. Gerade bei Verdacht auf Metastasierung oder bei einem biochemischen Rezidiv kann die zusätzliche diagnostische Genauigkeit für die Therapieplanung entscheidend sein.

Was Sie wissen sollten:

  • Die verabreichte Aktivität ist individuell berechnet
  • Allergische Reaktionen auf PSMA-Tracer sind bisher nicht bekannt
  • Der Tracer zerfällt innerhalb weniger Stunden
  • Die Ausscheidung erfolgt überwiegend über die Nieren
  • Es verbleibt keine langfristige Radioaktivität im Körper

Insgesamt gilt die PSMA PET/CT als gut verträgliches und sicheres Verfahren. Vor der Untersuchung erfolgt eine ärztliche Aufklärung, bei der individuelle Risiken besprochen werden.

Was bedeuten die Ergebnisse einer PSMA PET/CT?

Nach der Untersuchung stellt sich die entscheidende Frage: Was bedeutet der Befund konkret für mich?

Die PSMA PET/CT zeigt, ob und wo sich aktive Prostatakrebszellen im Körper befinden. Diese Information beeinflusst maßgeblich die weitere Therapieplanung.

Kein Nachweis von Metastasen

Wenn keine PSMA-positiven Lymphknoten oder Fernmetastasen sichtbar sind, spricht das für eine auf die Prostata begrenzte Erkrankung. In dieser Situation stehen häufig kurative Therapieoptionen wie Operation oder Strahlentherapie im Vordergrund.

Nachweis von Lymphknotenmetastasen

Werden befallene Lymphknoten erkannt, kann dies die Therapieplanung verändern. Je nach Ausdehnung kann eine gezielte Bestrahlung, eine erweiterte Operation oder eine systemische Therapie sinnvoll sein.

Nachweis von Knochen- oder Organmetastasen

Wenn Metastasen im Skelett oder in Organen sichtbar sind, handelt es sich um eine systemische Erkrankung. Hier stehen systemische Therapien im Fokus – beispielsweise Hormontherapie, Chemotherapie oder bei geeigneter Indikation eine PSMA Radioligandentherapie.

Warum die Einordnung entscheidend ist

Die PSMA PET/CT liefert keine isolierte Momentaufnahme, sondern ist Teil einer Gesamtbewertung. PSA-Verlauf, Gleason-/ISUP-Grad und bisherige Therapien müssen mitberücksichtigt werden. Ziel ist es, eine Übertherapie zu vermeiden und gleichzeitig notwendige Schritte nicht zu verzögern.

Massive generalisierte Metastasierung bereits zum Zeitpunkt der Erstdiagnose (Screening PSA über 1450 ng/ml)
Massive generalisierte Metastasierung bereits zum Zeitpunkt der Erstdiagnose (Screening PSA über 1450 ng/ml)

PSMA PET/CT durch das Theranosticum Wien

Eine PSMA PET/CT liefert nur dann ihren vollen Wert, wenn die Ergebnisse präzise interpretiert und in den individuellen Krankheitsverlauf eingeordnet werden. Entscheidend ist nicht nur das Bild, sondern die ärztliche Bewertung im Gesamtkontext.

Am Theranosticum Wien erfolgt die PSMA PET/CT Diagnostik mit moderner Hybridbildgebung und standardisierten Untersuchungsprotokollen. Besonderer Wert wird gelegt auf:

  • hochauflösende Ganzkörperbildgebung
  • strukturierte, leitlinienorientierte Befundung
  • Berücksichtigung von PSA-Verlauf, Histologie und bisherigen Therapien
  • interdisziplinäre Bewertung komplexer Fälle

Ein wesentlicher Vorteil liegt in der engen Verzahnung von Diagnostik und Therapie. Wenn die PSMA PET Hinweise auf eine fortgeschrittene oder metastasierte Erkrankung zeigt, kann unmittelbar geprüft werden, ob eine weiterführende Behandlung – etwa eine PSMA Radioligandentherapie – medizinisch sinnvoll ist.

Unser Ziel ist eine klare, nachvollziehbare Empfehlung für das weitere Vorgehen – evidenzbasiert und individuell abgestimmt.

Häufige Fragen zur PSMA PET/CT (FAQ)

Wie lange dauert eine PSMA PET/CT Untersuchung?

Für die gesamte PSMA PET/CT Untersuchung sollten Sie etwa 1,5 bis 2 Stunden einplanen. Nach der Injektion des Tracers folgt eine Wartezeit von rund 45–60 Minuten. Die eigentliche Bildaufnahme dauert etwa 20 Minuten.

Ist eine PSMA PET/CT schmerzhaft?

Nein. Die Untersuchung selbst ist nicht schmerzhaft. Lediglich die intravenöse Injektion des Tracers entspricht einem kurzen Einstich – vergleichbar mit einer Blutabnahme.

Ab welchem PSA-Wert ist eine PSMA PET/CT sinnvoll?

Die PSMA PET/CT kann insbesondere bei einem biochemischen Rezidiv sinnvoll sein – also wenn der PSA-Wert nach Operation oder Strahlentherapie erneut ansteigt. Studien zeigen, dass selbst bei niedrigen PSA-Werten (z.B. unter 0,20) relevante Befunde nachgewiesen werden können.

Die Entscheidung hängt jedoch immer vom individuellen Verlauf und der klinischen Fragestellung ab.

Wie hoch ist die Strahlenbelastung bei einer PSMA PET/CT?

Die Strahlenexposition liegt im Bereich anderer diagnostischer nuklearmedizinischer und radiologischer Untersuchungen. Der medizinische Nutzen überwiegt bei klarer Indikation deutlich das geringe theoretische Risiko. Eine individuelle Aufklärung erfolgt vor der Untersuchung.

Muss ich für eine PSMA PET/CT nüchtern sein

In der Regel ist keine spezielle Nüchternheit erforderlich. Sie erhalten im Vorfeld individuelle Hinweise zur Vorbereitung.

Wann erhalte ich das Ergebnis der PSMA PET/CT?

Die Auswertung erfolgt kurzfristig durch unsere erfahrenen Fachärzte für Nuklearmedizin. Der Befund wird zeitnah erstellt und mit Ihnen bzw. Ihrem behandelnden Arzt besprochen.

Wird die PSMA PET/CT von der Krankenkasse übernommen?

Die Kostenübernahme hängt von der medizinischen Indikation und vom jeweiligen Versicherungsträger ab. Eine individuelle Klärung erfolgt im Rahmen der Terminplanung.

Wir nehmen uns Zeit für Sie

Wenn Sie Fragen haben oder einen Termin vereinbaren möchten, sind wir gerne für Sie da.

In einem persönlichen Gespräch klären wir Ihr Anliegen in Ruhe und besprechen gemeinsam die nächsten Schritte.

Unser Team meldet sich zeitnah bei Ihnen und begleitet Sie kompetent und zuverlässig – vom ersten Kontakt bis zu Ihrem Therapietermin.

Dr. Werner Langsteger sitzt mit einem Pateinten an einem Tisch, während sie medizinische Bilder einer PSMA-PET/CT-Therapie auf einem Bildschirm besprechen.
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Kontaktdaten

Sie haben Fragen zur PSMA-Therapie? Kontaktieren Sie unser Team für weitere Informationen oder Terminvereinbarungen.

Adresse

Theranosticum Wien
Heiligenstädter Str. 55/65
1190 Wien - Österreich

Anreise

U4 oder U6 – bis zur Station Spittelau
Straßenbahnlinie D - Haltestelle Rampengasse
Parkgarage für PKW vorhanden