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Was ist personalisierte Medizin ?

Personalisierte Medizin ist ein Konzept, bei dem Diagnostik und Behandlung auf den Einzelnen zugeschnitten werden, statt auf eine Einheitsgröße zu setzen. Es gibt viele Faktoren, die bestimmen, wie hoch Ihr Risiko für bestimmte Krankheiten ist und wie gut Sie auf Behandlungen ansprechen – zum Beispiel Ihre Genetik, Ihr Lebensstil und Ihre Umwelt. Durch die Analyse dieser Informationen zusammen mit Ihrer Diagnose und Ihren klinischen Unterlagen können Ihre Ärzte den wirksamsten Behandlungsplan für Sie und Ihre Bedürfnisse festlegen.

 

Die Theranostik ist eine Form der personalisierten Medizin, bei der Ihre Behandlung auf der Grundlage von Informationen aus Ihren diagnostischen Scans individuell auf Sie abgestimmt wird. Diese Scans sind sehr detailliert und ermöglichen es Ihren Ärzten, festzustellen, ob die Behandlung bei Ihnen anschlägt und wenn ja, in welcher Dosis und wie oft sie verabreicht werden sollte.

Was ist Nuklearmedizin ?

In der Nuklearmedizin werden kleine Mengen radioaktiver Stoffe, sogenannte radioaktive Isotope oder Radioisotope, zur Diagnose und Behandlung von Krankheiten eingesetzt. Diese werden auch als Radiotracer für die Diagnostik (wie 68Gallium) und als Radiopharmazeutika für die Behandlung (wie 177Lutetium) bezeichnet. Die Nuklearmedizin wird häufig zur Diagnose und Behandlung von Krebs eingesetzt. Die Theranostik ist ein Teilbereich der Nuklearmedizin.

Allgemeines zum Prostata Karzinom ?

Das Prostatakarzinom ist der häufigste bösartige Tumor des Mannes weltweit mit geschätzten 1,4 Millionen Neuerkrankungen pro Jahr.

Allein in Österreich leben zurzeit circa 73.000 Männer mit dieser Diagnose, rund 5.700 Männer erkranken pro Jahr neu und etwa 1.200 versterben jährlich daran. Das Prostatakarzinom macht damit in Österreich ca. 25 Prozent der Inzidenz aller Karzinome aus.

 

Im fortgeschrittenen Stadium metastasieren Prostatakarzinome in Lymphknoten, Skelett aber auch in verschiedene Organe. Bei Patienten mit einem metastasierten Prostatakarzinom kann eine 177LU (Lutetium) PSMA Radio – Liganden – Therapie (RLT) angewendet werden, wenn sich trotz der bisherigen konventionellen lokalen und systemischen – nicht nuklearmedizinischen – Therapien (Operation, Hormontherapie, Chemotherapie, Strahlentherapie etc) ein Fortschreiten der Erkrankung zeigt.

Was ist ein Prostata Karzinom ?

Das Prostata Karzinom ist eine Krebsart, die sich in der Prostata entwickelt. Die Prostata ist eine kleine, walnussförmige Drüse im männlichen Fortpflanzungssystem, die wie eine Manschette den ersten Teil der Harnröhre unmittelbare unter der Harnblase umgibt. Die Prostata produziert Samenflüssigkeit, die die Spermien ernährt und transportiert.

Prostatakrebs entsteht, wenn sich die Zellen in der Prostata abnormal verändern und unkontrolliert zu wachsen beginnen und einen bösartigen Tumor bilden. Unbehandelt können sich die Krebszellen über die Prostata hinaus auf nahe gelegene Gewebe und Organe, wie Lymphknoten, Knochen oder andere entfernte Körperteile, ausbreiten.


Im Frühstadium verursacht Prostatakrebs praktisch nie spürbare Symptome. Wenn der Krebs fortschreitet, können folgende Symptome auftreten: Schwierigkeiten beim Wasserlassen, schwacher Harnfluss, häufiges Wasserlassen (vor allem nachts), Blut im Urin oder im Sperma, Erektionsstörungen, Schmerzen oder Unwohlsein im Beckenbereich und Knochenschmerzen.

Prostatakrebs wird in der Regel durch eine Kombination von Methoden diagnostiziert, darunter eine digitale rektale Untersuchung, ein Bluttest zur Messung des prostataspezifischen Antigens (PSA) und, falls erforderlich, eine Prostatabiopsie zur Untersuchung des Prostatagewebes auf Krebszellen. Bildgebende Untersuchungen wie Ultraschall, MRT oder Knochenscans können ebenfalls eingesetzt werden, um das Ausmaß und die Ausbreitung des Krebses zu bestimmen.

Die Behandlungsmöglichkeiten bei Prostatakrebs hängen von verschiedenen Faktoren ab, z. B. vom Stadium des Krebses, der Aggressivität des Tumorgewebes, dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten sowie seinen Vorstellungen und Wünschen. Die Behandlung kann eine aktive Überwachung (regelmäßige Kontrolle ohne sofortigen Eingriff), eine Operation (radikale Prostatektomie), eine Strahlentherapie, eine Hormontherapie, eine Chemotherapie, eine Immuntherapie oder eine Kombination dieser Methoden umfassen.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und Früherkennung sind für die Behandlung von Prostatakrebs entscheidend. Männern wird empfohlen, sich mit ihren medizinischen Betreuern über die Vorteile und Risiken der Prostatakrebsvorsorge zu unterhalten und auf der Grundlage ihrer individuellen Lebensumstände eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Was sind die Gründe für ein Prostata Karzinom ?

Es gibt verschiedene Faktoren, die das Risiko für die Entwicklung eines Prostatakarzinoms erhöhen können. Hier sind einige mögliche Gründe:

 

  • Alter: Das Risiko für Prostatakrebs steigt mit zunehmendem Alter. Männer über 50 Jahren haben ein höheres Risiko als jüngere Altersgruppen.

 

  • Familiäre Vorbelastung: Eine familiäre Geschichte von Prostatakrebs kann das Risiko erhöhen. Männer, deren Vater oder Bruder an Prostatakrebs erkrankt sind, haben ein höheres Risiko, ebenfalls daran zu erkranken.

 

  • Genetische Faktoren: Bestimmte genetische Veränderungen oder Mutationen können das Risiko für Prostatakrebs erhöhen. Mutationen in den Genen BRCA1 und BRCA2, die normalerweise mit Brust– und Eierstockkrebs in Verbindung gebracht werden, können auch das Risiko für Prostatakrebs erhöhen.

 

  • Ethnische Zugehörigkeit: Prostatakrebs tritt bei afroamerikanischen Männern häufiger auf als bei Männern anderer ethnischer Gruppen. Das Risiko ist bei asiatischen und hispanoamerikanischen Männern tendenziell geringer.

 

  • Hormonelle Faktoren: Das männliche Sexualhormon Testosteron und seine Abbauprodukte können das Wachstum von Prostatazellen beeinflussen. Ein Ungleichgewicht oder erhöhte Empfindlichkeit gegenüber diesen Hormonen kann das Risiko erhöhen.

 

  • Lebensstil und Ernährung: Eine fettreiche Ernährung, insbesondere der Konsum von rotem Fleisch und gesättigten Fettsäuren, sowie ein Mangel an Obst und Gemüse können mit einem höheren Risiko für Prostatakrebs in Verbindung gebracht werden. Eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und ballaststoffreichen Lebensmitteln kann das Risiko verringern.

 

  • Übergewicht: Adipositas und ein hoher Körperfettanteil wurden mit einem erhöhten Risiko für aggressivere Formen von Prostatakrebs in Verbindung gebracht.

 

  • Rauchen: Rauchen kann das Risiko für Prostatakrebs erhöhen, insbesondere für aggressivere Formen der Erkrankung.

 

​Es ist wichtig zu beachten, dass das Vorhandensein dieser Risikofaktoren nicht automatisch zu Prostatakrebs führt und Männer ohne diese Risikofaktoren ebenfalls erkranken können. Eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung ab dem 45., spätestens 50. Lebensjahr und eine offene Kommunikation mit dem Arzt sind entscheidend, um das Risiko zu bewerten und geeignete Maßnahmen zur Früherkennung oder Behandlung zu ergreifen.

Was sind die Symptome bei einem Prostata Karzinom ?

Die Symptome eines Prostatakarzinoms können in den frühen Stadien oft nicht bemerkt werden. Wenn sich jedoch der Tumor vergrößert oder sich auf andere Bereiche ausbreitet, können verschiedene Symptome auftreten. Hier sind einige mögliche Anzeichen für Prostatakrebs:

  • Probleme beim Wasserlassen: Schwierigkeiten beim Starten oder Stoppen des Harnflusses, schwacher Harnstrahl, häufiges Wasserlassen (insbesondere nachts), das Gefühl, die Blase nicht vollständig entleeren zu können.

  • Blut im Urin oder Sperma: Das Vorhandensein von Blut im Urin (Hämaturie) oder im Sperma (Hämospermie) kann ein Anzeichen für Prostatakrebs sein.

  • Schmerzen oder Unbehagen: Schmerzen oder Unbehagen im Beckenbereich, im unteren Rücken, in den Hüften oder im oberen Oberschenkel können auf eine fortgeschrittene Erkrankung oder das Vorhandensein von Metastasen hinweisen.

  • Erektile Dysfunktion: Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten, können auf eine Beteiligung der Nerven oder Blutgefäße durch den Tumor hinweisen.

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Symptome auch auf andere Erkrankungen oder Zustände hinweisen können, die nichts mit Prostatakrebs zu tun haben. Dennoch sollten Männer bei anhaltenden oder auffälligen Symptomen einen Arzt aufsuchen, um die Ursache abzuklären. Die Früherkennung von Prostatakrebs erfolgt in der Regel durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, in erster Linie durch Bestimmung des Prostata – spezifischen Antigentests (PSA – Test) und der rektalen Untersuchung.

Welche Stadien gibt es bei einem Prostata Karzinom ?

Bei einem Prostatakarzinom werden üblicherweise die folgenden Stadien verwendet, um den Ausbreitungsgrad des Tumors zu beschreiben:

  • Stadium I: Das Prostatakarzinom ist auf die Prostata begrenzt und kann nicht mit einer körperlichen Untersuchung oder bildgebenden Verfahren erfasst werden. Der Tumor ist in der Regel klein und wächst langsam.

  • Stadium II: Der Tumor ist immer noch auf die Prostata begrenzt, aber er kann von einem Arzt oder bei bildgebenden Verfahren erkannt werden. Der Tumor ist möglicherweise etwas größer als im Stadium I, breitet sich jedoch noch nicht über die Prostatakapsel hinaus aus.

  • Stadium III: Der Tumor hat sich über die Prostatakapsel ausgebreitet und kann in das umliegende Gewebe, wie das umgebende Fettgewebe oder die Samenblasen eingedrungen sein. In diesem Stadium kann das Risiko von Lymphknotenbefall bereits erhöht sein.

  • Stadium IV: Der Tumor hat sich auf entfernte Organe oder Gewebe ausgebreitet.

Die Stadien des Prostatakarzinoms helfen den Ärzten, die Ausdehnung des Tumors zu bewerten und die geeigneten Behandlungsoptionen festzulegen. Die Stadieneinteilung basiert auf verschiedenen diagnostischen Verfahren, einschließlich der körperlichen Untersuchung, bildgebender Verfahren wie MRT, PET – CT oder Knochenszintigraphie sowie dem Ergebnis von entnommenen Gewebebiopsien.

Welche Therapieformen gibt es bei einem Prostata Karzinom ?

Bei einem Prostatakarzinom stehen verschiedene Optionen zur Verfügung, abhängig vom Stadium und der Aggressivität des Tumors sowie den individuellen Bedürfnissen und Präferenzen des Patienten. Hier sind einige gängige Behandlungsmöglichkeiten:

  • Aktive Überwachung (Active Surveillance): Bei geringer Tumorausdehnung innerhalb der Prostata und langsamer wachsenden, nicht aggressiven Tumoren kann eine engmaschige Überwachung des Tumorwachstums erfolgen, ohne sofortige Behandlungsmaßnahmen zu ergreifen.

  • Chirurgie: Eine Prostatektomie, bei der die gesamte Prostata und wenn erforderlich auch die umliegenden Lymphdrüsen chirurgisch entfernt werden, kann eine Option sein. Insbesondere in den frühen Stadien des Tumors, wenn dieser noch auf die Prostata beschränkt ist.

  • Strahlentherapie: Die Bestrahlung der Prostata kann entweder von aussen (externe Strahlentherapie) oder durch das Einsetzen radioaktiver Implantate in die Prostata (Brachytherapie) erfolgen. Diese kann als primäre Behandlung oder nach einer Prostatektomie als zusätzliche Massnahme erforderlich werden.

  • Hormontherapie: Bei fortgeschrittenem Prostatakrebs kann eine Hormontherapie - eigentlich antihormonelle Therapie - eingesetzt werden, um die Produktion oder Wirkung von Testosteron zu blockieren, da Prostatakrebswachstum in der Regel vom männlichen Geschlechtshormon abhängig ist.

  • Chemotherapie: Die Chemotherapie kann bei fortgeschrittenem Prostatakrebs eingesetzt werden, wenn sich der Tumor auf andere Organe ausgebreitet hat. Sie zielt darauf ab, Krebszellen im ganzen Körper zu bekämpfen.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Therapieentscheidung individuell getroffen wird und in enger Abstimmung zwischen dem behandelnden Arzt und dem Patienten erfolgen sollte. In Bezug auf die theranostische Behandlung, die die Verwendung von radiopharmazeutischen Substanzen zur Diagnose und Behandlung von Krebs kombiniert, wird diese Methode bei bestimmten Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom eingesetzt. Es handelt sich um eine personalisierte Medizin, bei der ein geeignetes Radiopharmakon ausgewählt wird, das spezifisch an die Tumorzellen bindet und dann sowohl für die Diagnose (z.B. PET – Scan) als auch für die gezielte Therapie (Radionuklid – Therapie) verwendet wird. Die theranostische Behandlung hat vielversprechende Ergebnisse gezeigt und wird als eine der effektivsten Therapieformen für bestimmte Prostatakarzinom – Patienten betrachtet.

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